{"id":9541,"date":"2023-09-01T12:02:20","date_gmt":"2023-09-01T10:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/mastering-academy.com\/?p=9541"},"modified":"2023-09-15T11:11:53","modified_gmt":"2023-09-15T09:11:53","slug":"peaks-fuer-mastering-nerds-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mastering-academy.com\/de\/peaks-fuer-mastering-nerds-2\/","title":{"rendered":"#007 Peaks f\u00fcr Mastering Nerds 2"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Lerne, was du \u00fcber True Peaks im Audio Mastering wissen musst, um einen optimale Pegel in jeder Lebenslage zu erreichen &#8211; Teil 2<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt kann ich mit der eigentlichen Blog-Geschichte f\u00fcr diejenigen beginnen, die manchmal damit zu k\u00e4mpfen haben, die richtige Balance zwischen unserer Verantwortung, es richtig zu machen, und den W\u00fcnschen der Kunden nach mehr Lautheit zu finden. In der Tat ist das gar nicht so einfach.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der allgemeinen Vorteile der True-Peak-Messung hat sie auch eine Reihe von Schw\u00e4chen. Viele Tontechniker sind verwirrt, wenn sie die Messwerte in Verbindung mit dem gemessenen Eingangssignal und den gew\u00fcnschten Lautheitszielen und klanglichen Ergebnissen interpretieren sollen, um Entscheidungen zu treffen \u201cwelche TP-Werte sind gut f\u00fcr was?\u201d. Und das liegt auch an der Schw\u00e4che der Messmethode und der Komplexit\u00e4t des Entscheidungsprozesses.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Fun Fact 1:<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#13;\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Verschiedene TP-Metering-Plug-ins oder Ger\u00e4te k\u00f6nnen unterschiedliche Ergebnisse liefern!<\/span>&#13;\n&#13;\n<span style=\"font-weight: 400;\">Der Grund daf\u00fcr ist eine verwaschene Beschreibung des Messstandards und eine erlaubte Toleranz in der EBU R128 Empfehlung. Einige Messger\u00e4te liegen sogar au\u00dferhalb der erlaubten Toleranzgrenzen und d\u00fcrfen technisch nicht mit dem R128-Label versehen werden. Bei der Entwicklung des DRMeter MkII haben wir darauf geachtet, dass es im Vergleich zu anderen gro\u00dfen Anbietern auf dem Messger\u00e4te-Markt die geringste Abweichung vom Ideal aufweist. Die EBU-Website bietet Testdateien zum Download an, die Messwerte innerhalb einer bestimmten Toleranz liefern m\u00fcssen. Du kannst das googeln, wenn du nach &#8220;PLOUD EBU test files download&#8221; suchst, oder hier klicken: (<\/span><a href=\"https:\/\/tech.ebu.ch\/groups\/ploud\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\">https:\/\/tech.ebu.ch\/groups\/ploud<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">).<\/span><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Fun Fact 2:<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#13;\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Sogar ein und dasselbe Messger\u00e4t kann leicht abweichende Ergebnisse f\u00fcr dieselbe Quelldatei liefern, wenn mehrfach gemessen wird. Das ist schlecht, aber es ist systemimmanent. Eine L\u00f6sung w\u00e4re eine verfeinerte Definition der Norm und w\u00fcrde h\u00f6chstwahrscheinlich mehr Rechenleistung erfordern. Letzteres ist der Grund f\u00fcr die Schwachstelle. Es musste ein Kompromiss zwischen Pr\u00e4zision und CPU-Bedarf gefunden werden.<\/span>&#13;\n&#13;\n<span style=\"font-weight: 400;\">Ich sage oft &#8220;Metering is a bitch&#8221;, was sich hier ein weiteres Mal bewahrheitet.<\/span><\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"966\" src=\"https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DRM2-im-Artikel-platzieren.png\" alt=\"True Peaks im Audio Mastering Teil 2\" class=\"wp-image-9530\" srcset=\"https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DRM2-im-Artikel-platzieren.png 285w, https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DRM2-im-Artikel-platzieren-18x60.png 18w\" sizes=\"(max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\"><span style=\"font-weight: 400;\">Ein kurzer Leitfaden f\u00fcr deinen Entscheidungsprozess, wenn du bestimmen musst, wie du unterschiedliche Deliverables in Bezug auf TP-Headroom pegelst:<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#13;\n<\/span><\/h2>\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Ich empfehle unseren Studenten, das &#8220;Mother Master&#8221; im Bereich von -0,3 dB TP zu halten. Mit etwas \u00dcbung und einer guten pers\u00f6nlichen Beziehung zu deinem bevorzugten TP-Limiter kannst du den Weg zur perfekten TP-Struktur f\u00fcr deine Mother Master meistern. Als Faustregel empfehle ich, den Pegel so zu kontrollieren, dass identische aufeinanderfolgende Samples (sogenannte consecutive max. level samples) im Bereich deines Maximalpegels (z.B. -0,3 dB TP) vermieden werden. Aber manchmal treiben uns unsere Kunden zu einer lauteren Version desselben Mother Masters, und dann muss man das Spiel ein bisschen h\u00e4rter spielen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#13;\n<\/span><\/li>\n\n\n\n<li><ol>&#13;\n \t<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn du mehr Lautheit herausholen m\u00f6chtest, musst du dir dar\u00fcber im Klaren sein, dass \u00dcbersteuerungen bei niedrigen Frequenzen problematischer (in Bezug auf h\u00f6rbare Distortion) sind, als \u00dcbersteuerungen bei hohen Frequenzen. Kontrolliere den Tieftonbereich mit dynamischen Tools so, dass er keine TP-\u00dcbersteuerungen ausl\u00f6st, w\u00e4hrend \u00dcbersteuerungen oberhalb von etwa 1k in der Regel akustisch weniger oder gar nicht wahrnehmbar sind.\u00a0<\/span><\/li>&#13;\n<\/ol>&#13;\n<span style=\"font-weight: 400;\">Vor ein paar Jahren habe ich dazu ein Research durchgef\u00fchrt. Mit Hilfe von ein wenig KI habe ich 400 kleine Audio-Schnipsel mit den h\u00f6chsten Peaks von 400 Referenztiteln gesammelt. Aus den Audio-Schnipseln habe ich eine Reihe von Statistiken erstellt, z. B. den TP-Pegel, die Anzahl der aufeinanderfolgenden Spitzenpegel-Samples und das Verh\u00e4ltnis zwischen aufeinanderfolgenden Samples und &#8220;guten&#8221; Samples. Dann habe ich 20 erfahrene Profis gebeten, die Klangqualit\u00e4t dieser Dateien subjektiv zu bewerten, ohne sich die Wellenform anzusehen. Ein Vergleich der subjektiven Beurteilung durch H\u00f6ren mit der faktischen Statistik hat (neben anderen Schlussfolgerungen) zu dem Ergebnis gef\u00fchrt, dass TP-Overs, die z.B. durch eine akustische Gitarre (gespielt von Eric Clapton) im h\u00f6heren Frequenzbereich ausgel\u00f6st wurden, v\u00f6llig irrelevant waren. Eine sch\u00f6ne Version seines ber\u00fchmten Songs Layla zeigte TP-Werte von +3,XX dB, aber das Master verhielt sich v\u00f6llig transparent.<\/span>&#13;\n&#13;\n<span style=\"font-weight: 400;\">Fazit: Wenn du f\u00fcr das fragw\u00fcrdige Ziel von mehr Lautheit etwas h\u00e4rter rangehen musst, versuche, TP-Overs im unteren Frequenzbereich zu vermeiden, w\u00e4hrend TP-Overs \u00fcber 1k sich in der Regel transparent zu verhalten scheinen; zumindest so, dass sie keine sp\u00fcrbaren oder problematischen Verzerrungen ausl\u00f6sen. (Nebenbemerkung: Nagel mich bitte nicht auf den 1k-\u00dcbergang zwischen Gut und B\u00f6se fest. Das ist eine freih\u00e4ndige grobe Einsch\u00e4tzung aus meinem Research und die Bestimmung einer genauen Grenzfrequenz ist wahrscheinlich sehr schwierig, da situationsabh\u00e4ngig.)<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#13;\n<\/span><\/li>\n\n\n\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Der Kunde ist K\u00f6nig. Ein Sound-Enthusiast zu sein ist eine Sache. Dem Kunden zu dienen ist eine andere. Wenn ein Kunde m\u00f6chte, dass du sehr oder extrem laute Master machst, solltest du die Kunst beherrschen lernen, laut zu werden und dabei so wenig Schaden wie m\u00f6glich anzurichten (das lernst du auch in unseren Pro Mastering Masterclasses). Vielleicht musst du aber auch einfach ignorieren, was du auf deinem TP-Meter siehst, um deinen Kunden gl\u00fccklich zu machen. Ein gl\u00fccklicher Kunde ist jedenfalls das Wichtigste. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#13;\n<\/span><\/li>\n\n\n\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn es darum geht, deine Kunden f\u00fcr Online-Vertriebsplattformen wie Spotify und iTunes zu beliefern, wird h\u00e4ufig empfohlen, den Headroom auf -1dB TP einzustellen. Dies ist im Grunde der Versuch, auf einfache Weise, den Aussteuerungswahnsinn auf diesen Plattformen zu z\u00fcgeln, da es ist nicht die Aufgabe dieser Plattformen ist, Mastering-Engineeren beizubringen, wie man es richtig macht. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es keinen Grund, die Lautheit bei diesen Plattformen auf die Spitze zu treiben, weshalb wir unser Mother-Master-Prinzip lehren. Ergo, wenn du gelernt hast, perfekt auszupegeln (wie in Punkt 1. kurz beschrieben), ist es v\u00f6llig in Ordnung, dein Mother-Master mit -0,3 dB TP daf\u00fcr zu verwenden. Das wird nicht \u00fcberpr\u00fcft. Die Streamingpattformen kommunizieren lediglich diese einfache Empfehlung von -1 dB TP Headroom, weil sie leicht zu kommunizieren ist.\u00a0<\/span>&#13;\n&#13;\n<span style=\"font-weight: 400;\">Es sollte nicht n\u00f6tig sein, zu erw\u00e4hnen, dass diese Plattformen eine Lautheitsnormalisierung auf der Grundlage der Metadaten vornehmen. Sie ver\u00e4ndern nicht die Audiodaten selbst, sondern sorgen daf\u00fcr, dass sie auf der Grundlage der in der Audiodatei gespeicherten Metadaten mit einem angepassten Lautheit im Player wiedergegeben werden. Master mit hoher Lautheit sind also nur f\u00fcr Inhalte sinnvoll, die heruntergeladen und von DJs abgespielt werden sollen. In solchen F\u00e4llen ist es von entscheidender Bedeutung, den Loudness Game f\u00fcr diese Art von Clubmusik zu spielen, die an DJs vermarktet wird, denn sobald die Audiodatei das \u00d6kosystem (z. B. Spotify, iTunes) verl\u00e4sst, hat sie wieder den Lautheitspegel des gelieferten Masters, abgesehen von einer m\u00f6glichen geringf\u00fcgigen Erh\u00f6hung, die durch das verwendete Audiodatenkompressionsformat (wie mp3 oder AAC) verursacht werden kann. Ein Mother-Master mit z.B. -12LUFS w\u00e4re zu leise im Vergleich zum Durchschnitt von etwa -5 bis -7LUFS der meisten elektronischen Clubmusik-Releases, die von DJs gespielt werden sollen, w\u00e4hrend Pop &amp; HipHop sehr gut zwischen -10 und -12 LUFS funktioniert. Musikrichtungen, die nicht auf das kompakte Feeling moderner Pop Musik angewiesen sind, k\u00f6nnen auch sehr gut zwischen -12 und -16 LUFS funktionieren und sollten auch entsprechend gemastert werden, wenn mehr Lautheit Schaden anrichtet. Gutes Mastering bedarf viel Erfahrung und eine virtuose Kenntnis der Gepflogenheiten und Bedarfe unterschiedlicher Genres und Ausspielformate. Wer hier Unsicherheiten hat, sollte sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00f6hliches Pegeln!<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Friedemann Tischmeyer<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PS: Wenn dir dieser Beitrag gef\u00e4llt, vergiss bitte nicht ihn mit deinen Freunden zu teilen.<\/p>\n\n<div style=\"height:71px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lerne, was du \u00fcber True Peaks im Audio Mastering wissen musst, um einen optimale Pegel in jeder Lebenslage zu erreichen &#8211; Teil 2 Jetzt kann ich mit der eigentlichen Blog-Geschichte f\u00fcr diejenigen beginnen, die manchmal damit zu k\u00e4mpfen haben, die richtige Balance zwischen unserer Verantwortung, es richtig zu machen, und den W\u00fcnschen der Kunden nach 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