{"id":9939,"date":"2023-09-29T12:18:38","date_gmt":"2023-09-29T10:18:38","guid":{"rendered":"https:\/\/mastering-academy.com\/?p=9939"},"modified":"2023-09-29T12:20:53","modified_gmt":"2023-09-29T10:20:53","slug":"mastering-workflow-diagramm-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mastering-academy.com\/de\/mastering-workflow-diagramm-teil-2\/","title":{"rendered":"#011 Mastering Workflow Diagramm &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Zum Verst\u00e4ndnis dieses Beitrags empfiehlt es sich, den Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/mastering-academy.com\/de\/mastering-workflow-diagramm-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#010 (Teil 1)<\/a> gelesen zu haben. Im Teil 2 besch\u00e4ftigen wir uns mit den Zielen (Aims), die in der unteren H\u00e4lfte des Diagramms gr\u00fcn dargestellt sind und sich auf die drei Bearbeitungsschritte verteilen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ziele sind klar: \u00c4sthetisches EQing, Tiefe &amp; Dreidimensionalit\u00e4t und nat\u00fcrlich Unity, das sich am Besten mit \u201cEinheitlichkeit\u201d \u00fcbersetzt. Zuletzt wird im dritten Bearbeitungsschritt auch die finale Lautheit des Masters bestimmt. Aber jetzt nochmal Schritt f\u00fcr Schritt\u2026<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"652\" src=\"https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-1024x652.jpg\" alt=\"Mastering Workflow\" class=\"wp-image-9847\" srcset=\"https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-1024x652.jpg 1024w, https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-300x191.jpg 300w, https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-768x489.jpg 768w, https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-1536x978.jpg 1536w, https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-2048x1305.jpg 2048w, https:\/\/mastering-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mastering-Workflow-60x38.jpg 60w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Frequenzbalance herstellen:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Ziel wird im Prinzip in allen drei Bearbeitungsschritten verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Schritt nehmen wir weg, was maskiert, sofern dies erforderlich ist. Nochmal der Hinweis: Nur, weil ich in einigen Beispielen zeige, wie ich das effektiv mache, hei\u00dft das NICHT, dass dies immer erforderlich ist. Demonstrierte Signalketten beziehen sich immer auf das bearbeitete Ausgangsmaterial und m\u00fcssen an die Situation kreativ und logisch angepasst werden. \u00dcber die Aufr\u00e4umarbeit im unteren Mittenfeld kann das Ausgangsmaterial \u201cdanach schreien\u201d, auch in h\u00f6heren Frequenzbereichen behutsame Dips (Absenkungen) haben zu wollen. Sorgf\u00e4ltiges Hinh\u00f6ren ist unerl\u00e4sslich! Es gibt vielf\u00e4ltige Ursachen, warum sich in unterschiedlichsten Frequenzbereichen kleine Gemeinheiten einschleichen. Ich selbst arbeite in einer luxuri\u00f6sen Abh\u00f6rsituation, in der \u201cpiercende\u201d Frequenzen \u201cins Ohr fallen\u201d, einfach, wenn man sich zur\u00fccklehnt, die Augen schlie\u00dft und zuh\u00f6rt. Fragt euch \u201cnervt etwas?\u201d. Wenn ja, fragt euch &#8220;Was nervt genau?\u201d. Auch, wenn ihr das vielleicht etwas bekloppt findet; sprecht mit der vorliegenden Mischung! Das meine ich mit \u201cdie Mischung schreit danach\u201d. Eure Mischung tr\u00e4gt im Grunde immer alle Handlungsanweisungen in sich. In dem ihr Fragen stellt, k\u00f6nnt ihr der Mischung diese Information in Form einer Handlungsanweisung entnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Schritt sorgt ihr f\u00fcr die Kontrolle und arbeitet vornehmlich mit dynamischen Tools, um zum Beispiel die harschen Mitten (~2 bis 4 kHz) in den Griff zu bekommen oder das, was ich so gerne \u201cZischelkonzert\u201d nenne, was einem besonders h\u00e4ufig bei Hip Hop Produktionen Freude bereitet. All diese kleinen Schritte bereiten die unvollkommene Mischung auf den eigentlichen Masteringprozess vor, der im dritten Schritt vollzogen wird. Die Vorbereitung ist erforderlich, weil der eigentliche Masteringprozess dann besser gelingt. Besonders analoge Hardware wei\u00df diese Vorbereitung zu sch\u00e4tzen. Selbstredend ist nobody perfect. Will hei\u00dfen, dass sp\u00e4tere Feintunings in Abstimmung mit den Tools der Schritt-Drei-Signalkette absolut normal und zul\u00e4ssig sind. Es ist ein Ann\u00e4herungsprozess.\r\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im dritten Schritt kommen dann auf der Frequenzbalance-Ebene eher \u00e4sthetische EQs, Multiband-Kompressoren und ggfs. frequenzbezogen eingesetzte Saturierungstools zum Einsatz, um eine ausgewogene Frequenzbalance herzustellen. MS-Tools sind willkommene Helfer, um die B\u00fchne gleichm\u00e4\u00dfig zu nutzen. Geschlossene Augen wirken Wunder, wenn wir mit den Ohren unabgelenkt auf die B\u00fchne schauen und nach Spots suchen, die \u00fcberf\u00fcllt sind und denen, die ggfs. unterbelichtet sind. Auch das Solo-in-Mitte-Abh\u00f6ren des M- und S-Signals hilft bei dieser Aufgabe (<a href=\"https:\/\/www.maat.digital\/2buscontrol\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MAAT 2BusControl<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Tiefe und Dreidimensionalit\u00e4t:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026 sind zwei Worte, die etwas \u00c4hnliches beschreiben. Wenn wir jetzt wortklauberisch werden, dann beschreibt Tiefe eher das, was von der Lautsprecherebene in die Tiefe geht und Dreidimensionalit\u00e4t das, was sich als R\u00e4umlichkeit und Phantomschallquellen von der Lautsprecherebene in den Raum zum H\u00f6rer darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl auf ITB-Ebene, als auch bei analogen Ger\u00e4ten gibt es zahlreiche Tools, die uns dabei helfen, Tiefe zu erzeugen. Der OP-Amp einer guten Analog-Mastering-Konsole (z.B. SPL DMC) schafft auf einer guten Mischung bereits eine fantastische Tiefe, w\u00e4hrend er fast neutral reagiert, wenn man die Konsole mit einer mittelm\u00e4\u00dfigen Mischung f\u00fcttert. Ein echter Fairchild 670 markiert das obere Ende der luxuri\u00f6sen 3D-Magie, die wir im Mastering verwenden. Jedoch gibt es auch zahlreiche erschwinglichere Hardware und diverse Software-Tools, die uns dabei helfen k\u00f6nnen, wenn die Mischung \u00fcberhaupt danach schreit. Das w\u00e4re der gute alte Algorithmix <a href=\"http:\/\/www.algorithmix.com\/en\/kstereo.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K-Stereo<\/a> oder der moderne <a href=\"https:\/\/www.leapwingaudio.com\/product\/stageone2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leapwing StageOne<\/a>. Ein guter Hall mit einem Ambience Preset, der bedarfsweise Bandpass-limitiert ist, kann auch Wunder wirken. Die Plugin-Welt bietet derweil auch hervorragende Boutique-Mastering-Kompressoren, die ebenfalls dazu in der Lage sind, in gewissem Umfang die Magie der analogen Welt in die Box zu holen. Ihr braucht also nicht unbedingt eine Hypothek aufzunehmen, um einen echten Fairchild in euer Arsenal aufzunehmen. Ich habe \u00fcbrigens auch keinen, wobei ich noch nicht aufgeh\u00f6rt habe, damit lieb zu \u00e4ugeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Unity (Einheitlichkeit):<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr mich ist Unity eigentlich ein Gef\u00fchl. In manchen Situationen w\u00fcrde ich es als \u201cgeminderte Zappeligkeit\u201d beschreiben. Das passiert dann, wenn viele Einzelteile wild und unb\u00e4ndig, jedoch wohl platziert herumzappeln. Die Mischung f\u00fchlt sich unruhig an. Die Anwendung geeigneter Kompression und manchmal auch Limiting \u00e4ndert das Gef\u00fchl der Wahrnehmung positiv. Alles erscheint einheitlicher, jedoch ohne v\u00f6llig platt gefahren zu sein. Das hat psychoakustische Ursachen. Wenn ich in der Elbphilharmonie sitze und in idealer H\u00f6rposition im ersten Rang \u00fcber der B\u00fchne einem Weltklasse Jazz-Konzert lausche, dann h\u00f6re ich nicht 1000 Einzelteile, sondern alle Einzelteile in einer Einheit. Woran liegt das? Die Einzelteile reisen durch die gleiche Menge Luft, die auf \u00e4hnliche Art wie ein Masterbuss-Kompressor die Schall Einzelteile zusammenfassen. Schlie\u00dflich m\u00fcssen ja alle Einzelteile durch den gleichen Widerstand der Wegstrecke Luft wandern. Im Gegensatz dazu sind die vielen Einzelteile einer sehr vollen Produktion mitnichten durch die gleiche Strecke Luft gereist\u2026 Es f\u00fchlt sich nicht einheitlich an, sondern zappelig. Ein gut eingestellter Mastering-Kompressor schafft Abhilfe. Die sanfte RMS-gesteuerte Amplituden-Bewegung \u00fcber das gesamte Material kreiert diese psychoakustische Illusion, sofern der verwendete Kompressor mit seinen Kennlinien idealer Weise der Doppellogarithmik unseres Ohres folgt. Das Wort Psychoakustik impliziert, dass wir den Unterschied eher f\u00fchlen als h\u00f6ren.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Kompaktheit ist ein Verwandter der Einheitlichkeit. Sie gehen Hand in Hand, haben aber eine unterschiedliche Pr\u00e4gung. Kompaktheit wird eher in Verbindung mit Beat und Bassbereich empfunden. Auch hier geht es wieder um Kontrolle. Eigentlich sind Mastering Engineere Kontrollfreaks. Jetzt ist es raus\u2026.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\r\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u00dcbrigens ist Parallel-Kompression ein praktischer Helfer, wenn es um Kompaktheit geht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Angemessene Lautheit:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits der zweite Schritt (Kontrolle) sorgt automatisch f\u00fcr mehr Lautheit, weil die unkontrollierten Peaks in verschiedenen Frequenzbereichen, die zuerst den Limiter triggern w\u00fcrden vorkontrolliert sind, was dazu f\u00fchrt, das der finale Limiter erst sp\u00e4ter anf\u00e4ngt in den Arbeitsbereich zu gehen; ergo, es wird lauter. Die eigentliche Lautheits-Einstellung erfolgt jedoch erst im dritten Schritt. Die Spielarten sind vielf\u00e4ltig: Der eine Mastering Engineer zieht vor, den AD-Wandler zu clippen und der andere zieht den ITB-Limiter oder eine Kombination aus zwei Limitern oder Clipper und Limiter vor. Das h\u00e4ngt alles nat\u00fcrlich von den komplexen, in anderen Blogbeitr\u00e4gen bereits beschriebenen Entscheidungsprozessen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hoffe, hiermit etwas Licht ins Dunkel der Mastering-Magie gebracht zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinne &#8211; happy Mastering!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Friedemann Tischmeyer, September 2023<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:79px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Verst\u00e4ndnis dieses Beitrags empfiehlt es sich, den Blog-Beitrag #010 (Teil 1) gelesen zu haben. Im Teil 2 besch\u00e4ftigen wir uns mit den Zielen (Aims), die in der unteren H\u00e4lfte des Diagramms gr\u00fcn dargestellt sind und sich auf die drei Bearbeitungsschritte verteilen. 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